Schimmelflecken an Wänden und Decken sind nicht nur unschön, sondern auch gesundheitsschädlich. Erfahren Sie, warum Schimmel im Putz entsteht, wie ein Gipser das Problem fachgerecht löst und welche Putzsysteme dauerhaft Abhilfe schaffen.
Schimmel im Putz entsteht durch ein Zusammenspiel von Feuchtigkeit, Wärmebrücken und ungenügendem Luftaustausch. In der Schweiz sind schätzungsweise 15 bis 20 Prozent aller Mietwohnungen betroffen — besonders in Altbauten und nach energetischen Sanierungen ohne Lüftungskonzept. Die professionelle Sanierung durch einen Gipser kostet CHF 80.— bis CHF 200.— pro m² und umfasst die Putzentfernung, Desinfektion und den Neuauftrag mit schimmelhemmendem Kalkputz oder Sanierputz.
Schimmelpilze benötigen zum Wachstum drei Dinge: Feuchtigkeit, organische Nährstoffe und eine Temperatur zwischen 5 und 35 Grad Celsius. In Schweizer Wohnungen sind die häufigsten Ursachen für Schimmelbildung im Putz: Wärmebrücken an Aussenwänden, Fensterleibungen und Rollladenkästen — hier kühlt die Wandoberfläche ab, und Luftfeuchtigkeit kondensiert. Nach energetischen Sanierungen (neue Fenster, Dachdämmung) ohne begleitendes Lüftungskonzept verschärft sich das Problem, da die natürliche Belüftung durch Fugen entfällt. Undichte Stellen in Dach, Fassade oder Sanitärleitungen führen zu direktem Wassereintritt im Mauerwerk. Falsches Lüftungsverhalten — insbesondere dauergekippte Fenster im Winter statt Stosslüften — führt zu hoher Raumluftfeuchtigkeit. In der Schweiz sind gemäss dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) etwa 15 bis 20 Prozent aller Wohnungen von Schimmelproblemen betroffen. Besonders anfällig sind Altbauten ohne Aussendämmung, schlecht belüftete Badezimmer, Kellerräume und Wohnungen an der Nordseite. Dispersionsfarben und Gipsputze mit organischen Zusätzen bieten Schimmelpilzen zusätzliche Nährstoffe — ein Grund, warum Kalkputz als schimmelhemmende Alternative empfohlen wird.
Eine fachgerechte Schimmelsanierung durch einen qualifizierten Gipser folgt einem bewährten Ablauf. Zunächst wird die Ursache analysiert: Wo liegt die Feuchtequelle? Handelt es sich um eine Wärmebrücke, um aufsteigende Feuchtigkeit oder um einen Wasserschaden? Ohne Ursachenbehebung ist jede Sanierung nur kurzfristig wirksam. Im zweiten Schritt wird der befallene Putz grossflächig entfernt — mindestens 50 cm über den sichtbaren Schimmelrand hinaus, da das Myzel im Putz weiter reicht als die sichtbaren Sporen. Der freigelegte Untergrund wird mit einem zugelassenen Biozid desinfiziert und muss anschliessend vollständig austrocknen. Dann wird ein neuer Putz aufgetragen — idealerweise ein reiner Kalkputz (ohne Gips- oder Zementzusätze), der dank seines hohen pH-Werts (über 12) von Natur aus schimmelhemmend wirkt. Alternativ kommt ein spezieller Sanierputz nach WTA-Merkblatt (Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung) zum Einsatz, der kapillaraktiv ist und Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk transportiert. Die Sanierung einer typischen Badezimmerwand dauert 2 bis 3 Arbeitstage plus Trocknungszeit. Die Kosten liegen bei CHF 80.— bis CHF 200.— pro m² — auf unserer Preisübersicht finden Sie weitere Details.
Die Wahl des richtigen Putzsystems ist entscheidend für eine dauerhafte Schimmelfreiheit. Reiner Kalkputz (auch Luftkalkputz oder Sumpfkalkputz genannt) ist die natürlichste und bewährteste Lösung: Sein hoher pH-Wert von über 12 schafft ein stark alkalisches Milieu, das Schimmelpilzen den Nährboden entzieht. Zusätzlich reguliert Kalkputz die Raumluftfeuchtigkeit hervorragend — er kann bis zu 90 g Wasser pro m² aufnehmen und bei Bedarf wieder abgeben. Kalkputz ist dampfdiffusionsoffen und lässt Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk entweichen, anstatt sie einzuschliessen. Für Keller und stark feuchtebelastete Wände eignet sich Sanierputz nach WTA-Richtlinie: Dieser hochporöse Putz verlagert die Verdunstungsebene in den Putz hinein und verhindert so Salzausblühungen und Feuchteflecken. Sanierputz wird typischerweise 20 bis 30 mm dick aufgetragen und kostet CHF 60.— bis CHF 90.— pro m² (nur Material und Arbeit). In Badezimmern und Küchen kann Tadelakt — ein marokkanischer Kalkputz, der wasserabweisend poliert wird — eine elegante und schimmelhemmende Alternative zu Fliesen sein. Auf unserer Dienstleistungsseite erfahren Sie mehr zu unseren Putz-Dienstleistungen.
Die beste Schimmelsanierung ist die, die gar nicht erst nötig wird. Mit folgenden Massnahmen können Sie Schimmelbildung wirksam vorbeugen: Lüften Sie mindestens drei- bis viermal täglich quer — 5 bis 10 Minuten Stosslüften ist deutlich effektiver als dauergekippte Fenster. Halten Sie die relative Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen unter 55 Prozent — ein Hygrometer (ab CHF 15.—) hilft bei der Kontrolle. Stellen Sie Möbel nicht direkt an Aussenwände, sondern mit mindestens 5 bis 10 cm Abstand, damit die Luft zirkulieren kann. Nach einer energetischen Sanierung (neue Fenster, Fassadendämmung) sollte ein Lüftungskonzept gemäss SIA 382/1 erstellt werden — bei dichten Gebäudehüllen ist eine kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL) oft die einzige Möglichkeit, dauerhaft schimmelfreie Verhältnisse zu gewährleisten. Wärmebrücken sollten bauseitig eliminiert werden — ein Energieberater kann die kritischen Stellen mit einer Wärmebildkamera identifizieren. Im Bad sollte nach dem Duschen stets gelüftet oder der Abzugsventilator betrieben werden. All diese Massnahmen sind Teil eines umfassenden Feuchtigkeitsmanagements, das ein erfahrener Gipser im Rahmen der Sanierung mitbedenkt und empfiehlt.
Erhalten Sie kostenlos und unverbindlich bis zu 3 Offerten von geprüften Schweizer Gipserbetrieben für Ihre Schimmelsanierung.
Offerten anfordern